Buchrezension: „Leo Lausemaus hat schlechte Laune“
Wer kennt das nicht: Man wacht morgens auf, es ist nichts Besonderes passiert, und dennoch hat man einfach schlechte Laune. Als Erwachsene haben wir meist gelernt, mit solchen Momenten umzugehen. Für Kinder hingegen ist das oft noch eine Herausforderung, und es ist wichtig, dass wir sie in solchen Situationen an die Hand nehmen und sie durch den Tag begleiten.
Das Bilderbuch „Leo Lausemaus hat schlechte Laune“ greift dieses Thema auf liebevolle Weise auf. Mit den warmen, detailreichen Zeichnungen, die dazu einladen, Leos kleine Mäusewelt nachzubauen, bietet das Buch eine wunderbare Grundlage für Gespräche über Gefühle.
Die Geschichte beginnt damit, dass Leo eines Morgens aufwacht und einfach unglaublich schlechte Laune hat. Nichts kann man ihm recht machen: Ob Pullover oder T-Shirt, das Aufräumen seines Kinderzimmers – alles ist schwierig. Als dann im Spielzeuggeschäft kein neues Spielzeug gekauft wird und es zu Hause statt Schokoladeneis Möhrensuppe gibt, ist der Höhepunkt erreicht.
Leo gerät immer tiefer in seine schlechte Laune und lässt sie nicht nur an seiner Mama aus, sondern auch an seinen Freunden. Schließlich läuft er weg und versteckt sich bis zum Einbruch der Dunkelheit. Als er Angst bekommt, suchen ihn seine Eltern, nehmen ihn liebevoll in die Arme und bringen ihn sicher nach Hause.
Am Ende wird Leo klar, dass Weglaufen keine gute Idee ist – es ist gefährlich, und er möchte das nie wieder tun. Der Satz: „Ich bin überglücklich und verspreche: Von nun an werde ich immer ein liebes Mäusekind sein! Ich räume mein Zimmer auf, sage nicht mehr ‚Ich will!‘, teile meine Spielsachen mit meinen Freunden und vor allem: Ich laufe nicht weg!“ zeigt, was ein Kind nach so einer einschneidenden Erfahrung fühlen könnte.
Was ich an diesem Buch besonders schön finde, ist die Botschaft: Das Wichtigste ist, dass Leo wieder da ist, dass er geliebt wird und dass ihm sein Fehlverhalten verziehen wird.
Als Mama finde ich es wertvoll, mit meinem Kind nach der Geschichte darüber zu sprechen, welche Alternativen Handlungsmethoden es in Wut Phasen oder schlechter Laune im Gegensatz zum Weglaufen gibt: Wie kann man sich anders verhalten? Welche Strategien können wir gemeinsam entwickeln? Das Buch gibt einen liebevollen Rahmen, um solche Fragen kindgerecht zu thematisieren.
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